Ich werde mit diesem Eintrag meinen Reiseblog abschließen, denn heute war mein letzter Tag in Tokio. An dem ich mal wieder einiges gesehen habe: Eine Oase in Tokio, eine Tee-Zeremonie, Sandstrand und die New Yorker Freiheitsstatue haben diesen letzten Tag noch einmal zu einem Erlebnis gemacht.
Heute habe ich das nachgeholt, was ich am Mittwoch wegen dem schlechten Wetter nicht tun konnte. Ich bin zum Hamarikyu-Garten gefahren. Der ehemalige Sommersitz der Tokugawa-Shogune liegt direkt an der Bucht von Tokio und war wirklich ein Ort der Ruhe in dieser Mega-Metropole, die nie zu schlafen scheint. 300 ¥ (rund 2,80 €) kostete der Eintritt in den groß angelegten Park. Der faszinierendste Teil bildet ein Teich, der durch Meerwasser gespeist wird. Hier führen drei Brücken auf ein kleines Inselchen, auf dem ein Teehaus zur Rast lädt. Genau wegen diesem bin ich auch her gekommen. Es war komplett mit Tatamis ausgelegt, das hieß für mich vor dem Betreten Schuhe ausziehen. Tische gab es auch nicht. Man saß am Boden und nach kurzer Zeit stellte die freundliche Bedienung ein Tablett mit japanischem Konfekt und einer Schale kaltem Grünen Tee vor mich. Vorher hatte ich mir die Regeln des japanischen Teetrinkens angeschaut, um ja nicht aufzufallen und niemanden durch irgendwelche Unsittlichkeiten zu beleidigen.
Denn als erstes isst man das Konfekt. Dazu muss man es mit der rechten Hand nehmen und auf die linke Handfläche legen. Nun teilt man es mindestens ein Mal mit einem kleinen Holzwerkzeug. Auf keinem Fall sollte man es mit einem Haps in den Mund nehmen. Das gilt als unhöflich. Nachdem das Konfekt verputzt ist, ist der Tee an der Reihe. Die Schale mit dem giftgrünen schaumigen Tee, der sehr bitter schmeckt, nimmt man auch erst einmal mit der rechten Hand und stellt sie auf die linke Handfläche. Man muss allerdings die Seite von der man trinkt beachten. Man trinkt nämlich von der gegenüberliegenden Seite. Dazu dreht man die Schale zwei Mal jeweils um 90 Grad im Uhrzeigersinn. Nun sollte man den Tee in zwei bis drei Schlücken austrinken, damit er noch schaumig bleibt. Als ich das Zeremoniell abgeschlossen habe und mir langsam die Beine vom Knien eingeschlafen sind habe ich mich noch ein wenig auf der Terrasse umgeschaut und habe den besten Tokio-Schnappschuss, den es wohl gibt gemacht: Das Teehaus mit dem Shiodome-Wolkenkratzerviertel im Hintergrund!
Da heute eine richtig drückende Hitze herrschte, dachte ich mir nach dem Besuch im Hamarikyu-Garten, ich fahre mit der computergesteuerten Magnetschwebebahn auf die künstlich angelegte Insel Odaiba. Dort gibt es nämlich neben den futuristischen Gebäuden, Vergnügungs- und Einkaufszentren auch einen Sandstrand, wo ich mich abkühlen wollte. Doch dann war ich verwirrt: Hier wurde ein Strand angelegt aber man durfte nicht schwimmen! Ich konnte also lediglich mit den Füßen im Wasser tapsen. Nach dem kleinen Ausflug in den Pazifik bin ich noch ein wenig die Strandpromenade entlang gelaufen um ein paar Bilder von der Rainbow-Bridge und der Skyline von Tokio zu machen, als ich erneut dachte, dass hier etwas verkehrt läuft. Da schaut mich doch tatsächlich die Freiheitsstatue an. Ein weiteres Zeichen für Japans Leidenschaft zur Imitation.
Den Nachmittag habe ich dann die ganze Zeit am Strand verbracht und meinen Urlaub ausklingen lassen. Erst am Abend als ich mich auf dem Weg ins Hotel machte, bin ich durch ein Shopping-Center gebummelt und habe eine Fahrt in einer Indoor-Achterbahn genossen.
Damit will ich meinen Blog beenden und danke allen, die die Zeit und Erlebnisse mit mir geteilt haben.
Basti
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